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8. Die Psyche bei MS Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Bei einer MS-Erkrankung ist auch die Psyche beteiligt.

Die Diagnose kann wie ein Schock wirken, muss angenommen und verarbeitet werden. Wie bei anderen chronischen Krankheiten muss man sich mit der neuen Situation auseinander setzen. Die zunehmenden körperlichen Auswirkungen der MS verlangen immer wieder ein Akzeptieren von Verlusten und das wiederum bedeutet Trauerarbeit zu leisten. Es geht um den Verlust von Unversehrtheit (Gesundheit), von Tätigkeiten, die nicht mehr gemacht werden können bis eventuell hin zur totalen Arbeitsunfähigkeit.

Erste Reaktionen können sein: Ich will das nicht wahrhaben, verdränge diese Diagnose, dann kommen nach und nach die Fragen, man sucht sich Informationen und den Austausch mit Fachleuten oder andern MS-Erkrankten, mit MS-Beratungsstellen, usw. Jetzt sollte langsam die Phase beginnen, dass man diese Krankheit in sein Leben integrieren kann, eben sie annehmen als sich gegen sie zu wehren oder sie zu verdrängen.

Leichte depressive Phasen sind immer wieder mal da, wir wären nicht "normal", wenn wir auf all das, was die Diagnose und dieser unhervorgesehene Krankheitsverlauf mit sich bringt, nicht so reagieren würden.

Auf Partnerschaft, Familie und das Umfeld wirkt sich die Erkrankung auch aus. Das alles kann Krisen auslösen und muss unbedingt mit beachtet werden.

Wenn es nicht gelingt, alle diese neuen Aspekte im Leben alleine anzugehen, sind die nächsten Ansprechpartner: Familie, Arzt, Freunde, Selbsthilfegruppen wichtig. Gut ist, wenn man mit jemandem reden kann, die Aengste, die Ungewissheit, die Wut, müssen ausgesprochen werden können. Trotz allem sollte das Leben noch lebenswert sein, Freundschaften müssen gepflegt werden, Anteil nehmen am Leben und so lange wie möglich im Arbeitsprozess bleiben. Manchmal hilft auch ein Hobby sich einen Ausgleich und eine Entspannung zu verschaffen. Wenn sich aber eine schwere Depression zeigt sollte sie unbedingt behandelt werden: Mit fachlicher Hilfe in einer Psychotherapie oder / und mit einer unterstützenden medikamentösen Therapie.

Neue Ziele für das Leben müssen gemacht werden: Dem Leben neuen Sinn, neuen Inhalt und neue Ziele geben.

(S.Kreijenveld)
25.11.2005 13:47 EH-Team ist offline Beiträge von EH-Team suchen Nehmen Sie EH-Team in Ihre Freundesliste auf
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